Gedämpfte Germknödel mit Vanillesauce und Mohnzucker

Gedämpfte Germknödel mit Vanillesauce und Mohnzucker

Was bereitet mehr Glückseligkeit und Wärme an nasskalten Wintertagen als duftende Germknödel mit heißer Vanillesauce?

Als Kind gabs die Germknödel bei mir nur selten. Damit waren sie natürlich was ganz Besonderes. Allerdings kannte ich sie zu Hause nur als TK-Fertigprodukt. Auch die Sauce gabs aus dem Packerl mit Doktortitel.

Aber selbstgemacht wird diese süße Mehlspeise natürlich noch viel besonderer. Und selbstgemachte Germknödel mit Vanillesauce sind wahrlich kein Hexenwerk – man muss nur etwas Zeit und Liebe als erlesenste Zutaten mitbringen.

Für die Germknödel stellst du einen einfachen süßen Hefeteig (Germ=Hefe) aus Milch und Butter her. Aus dem Teig formst du mit Powidl (=Zwetschgenmus) gefüllte Kugeln, die du in einem Sieb über kochendem Wasser im geschlossenen Topf dämpfst. Für die Vanillesauce kochst du Milch mit einer Vanilleschote auf und bindest sie mit Ei und Speisestärke. Klingt machbar, oder?

Gefüllte Germknödel vor dem Dämpfen

Aus der angegebenen Teigmenge kannst du vier große Knödel als süße Hauptspeise zubereiten. Als Dessert würde ich sechs bis acht kleine Knödel formen. Übriggebliebene Knödel lassen sich am nächsten Tag wieder aufwärmen bzw. aufdämpfen. Auch die erkaltete und eingedickte Vanillesauce kann man wieder aufwärmen und mit etwas frischer Milch strecken.

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Germknödel mit Vanillesauce

Gericht Dessert, Hauptspeise
Länder & Regionen Bayern, Österreich
Keyword Dessert, Mehlspeise, Mohn, Süßspeise
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Arbeitszeit 3 Stunden 20 Minuten
Portionen 4 Knödel

Zutaten

Germknödel

  • 300 g Mehl
  • 120 ml laufwarme Milch
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 30 g Zucker
  • 50 g weiche Butter
  • etwas Speiseöl zum Einfetten
  • Salz
  • ca. 80-100 g Zwetschgenmus

Vanillesauce

  • 600 ml Milch
  • 1/2 Vanilleschote
  • 1 Ei
  • 20 g Speisestärke
  • 30 g Zucker
  • Salz
  • Rum optional
  • Zitronenschale optional

Mohnzucker

  • 2 EL Puderzucker
  • 2-3 EL Dampfmohn

Anleitungen

Germknödel

  1. Hefe zerbröckeln, mit Zucker mischen und in der lauwarmen Milch auflösen. Ca. 5 Minuten stehen lassen bis die Hefe etwas zu schäumen beginnt.

  2. Mehl, angerührte Hefe, eine Prise Salz und weiche Butter zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt ein bis zwei Stunden gehen lassen.

  3. Teig zu einer Rolle formen und in 4-6 gleichgroße Stücke (je nach gewünschter Größe) teilen. Die Stücke flachdrücken zu etwa handtellergroßen runden Fladen. Etwa 1 EL Pflaumen in die Mitte eines Fladens geben und die Teigränder darüber zusammenschlagen, um die Füllung so zu verschließen.

  4. Die gefüllten Teigkugeln (mit der Nahtseite nach unten) nochmal 15 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Knödel und Dampfgareinsatz/Sieb mit etwas Speiseöl einpinseln.

  5. Die Knödel in den Dampfgareinsatz setzen und ca. 15 Minuten im heißen Wasserdampf über kochendem Wasser im geschlossenen Topf garen (ggfs. portionsweise, siehe Rezept-Anmerkungen).

Mohnzucker

  1. Dampfmohn und Puderzucker mischen.

Vanillesauce

  1. Vanilleschote mit einem scharfen Messer aufschneiden und Mark herauskratzen.

  2. 500ml Milch mit einer Prise Salz, Vanilleschote und Vanillemark erhitzen – noch nicht aufkochen.

  3. Ei trennen. Eigelb mit restlicher Milch, Zucker und Speisestärke mischen (evtl. Zitronenabrieb und etwas Rum). Eiweiß schaumig schlagen.

  4. Milch zum Kochen bringen. Die Vanilleschote kurz vor dem Aufkochen entfernen.

  5. Eigelb-Speisestärke-Mischung zügig mit einem Schneebesen in die heiße Milch einrühren. Ebenso den Eischnee zügig unterziehen – die Sauce gewinnt dabei stark an Volumen und wird locker schaumig. Einmal kurz aufblubbern lassen und den Topf vom Herd ziehen. Möglichst sofort servieren.

Rezept-Anmerkungen

Die Knödel können portionsweise zubereitet werden, falls nicht alle Knödel mit ca. 3-4cm Abstand in den Dampfgareinsatz passen.

Fertig gedämpfte Knödel auf ein Backblech setzen und abgedeckt im Backofen bis zum servieren warmhalten.

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Dämpfen

Wir dämpfen die Germknödel im Einsatz unseres Schnellkochtopfs. Da passen drei kleinere Knödel rein. Allerdings gehen die Knödel dabei noch so stark auf, dass sie aneinander festbacken wie Buchteln. Beim Anrichten kann man aber die Nahtstellen mit Vanillesauce kaschieren. Alternativ müsste man die Dampfnudeln portionsweise einzeln dämpfen und zwischenzeitlich warmhalten – dafür sind wir einfach zu ungeduldig.

Germknödel vor dem Dämpfen im Dampfgareinsatz

Verfeinern und Anrichten

Wir servieren unsere Knödel mit reichlich Vanillesauce übergossen und einer kleinen Mohnzuckerhaube garniert – Volle Kanne sozusagen 🙂

Um den Knödel eher in den Vordergrund zu rücken, kannst du ihn mittig auf einen Saucenspiegel aus Vanillesauce setzen und mit heißer Mohnbutter übergießen. Du kannst auch gänzlich auch Vanillesauce verzichten und stattdessen nur Mohnbutter reichen.

Bei der Variante ohne bzw. mit weniger Vanillesauce kannst du bereits den Knödelteig mit Vanillezucker und Zitronenabrieb stärker verfeinern. Die meisten Rezepte, die wir gefunden haben, verwenden auch ein Ei im Teig – das haben wir vergessen und gar nicht vermisst.

Auch bei der Vanillesauce kannst du das Ei durch 1-2 EL Speisestärke ersetzen. Dadurch erhält die Sauce aber keine schöne blassgelbe Farbe, sondern bleibt milchweiß.

Mohnzucker

Im Handel gibt es sog. Dampfmohn. Das ist verzehrfertiger Blaumohn, der bereits gedämpft und gemahlen wurde. Man muss ihn nur noch mit Puderzucker mischen.

Roher Blaumohn ist nicht vorbehandelt. Dieser sollte zuvor gut gewaschen werden. Nach dem Trocknen kann man ihn im Mörser mit normalem Haushaltszucker auch zu feinem Mohnzucker verarbeiten. Aufgrund seines Morphingehalts sollte jedoch ein Erwachsener nicht mehr als 20g roher Blaumohn täglich verzehren (weitere Info beim BfR) – so der Hinweis auf den Verpackungen. Die Menge für das Germknödel-Topping ist also unbedenklich, aber Dampfmohn ist die bessere Wahl.

Vanilleschoten mehrmals verwenden

Vanilleschoten können und sollten unbedingt mehrmals verwendet werden. Eine halbe Schote gibt vielleicht nur genug Mark her für die charakteristischen schwarzen Pünktchen in einer Portion Vanillesauce, aber in der Schote steckt noch Aroma für mehr.

Nach der Verwendung spüle ich die Schote gut ab, lasse sie etwas trocknen und stecke sie in ein verschlossenes Glas mit Zucker. Im Glasröhrchen fängt die gebrauchte Schote erfahrungsgemäß leider früher oder später zu schimmeln an. Im Zucker wird sie zwar etwas trocken, gibt aber ihr Aroma an den Zucker ab. Sowohl Vanillezucker, als auch Schote kannst du dann für die nächste Sauce wieder verwenden.

Falls du die schwarzen Pünktchen in der Vanillesauce arg vermisst, dann kannst du mit sog. Vanillepaste etwas nachhelfen. Diese kannst du kaufen oder sogar selbst herstellen.

Noch mehr Lust auf Schlemmen an kalten Tagen?

Dann könnte dir unser fluffiger Topfenkaiserschmarrn oder eine Variante mit Grieß statt Mehl gefallen. Schmarrn ist einfacher und schneller, aber mindestens genauso lecker!



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