Chicken Tikka Masala – Curry mit Hühnchen

Chicken Tikka Masala – Curry mit Hühnchen

Chicken Tikka Masala (auch Murgh Tikka Masala) ist ein würziges Curry mit mariniertem Hühnchen. Um die Entstehung des Gerichts ranken sich diverse Mythen. Chicken Tikka Masala ist besonders beliebt in indischen Restaurants außerhalb von Indien, allen voran in Großbritannien. Eben dort, wo das Gericht angeblich auch entstanden sein soll, um indische und britische Essgewohnheiten zu vereinen.

Zerlegen wir die Bezeichnung Chicken Tikka Masala mal in seine Einzelteile, um die Bedeutung zu entschlüsseln:

  • Chicken oder Murgh: Ok, das ist einfach … Hühnchen. Mit Paneer funktioniert das Gericht auch wunderbar. Dann hätten wir ein Paneer Tikka Masala.
  • Tikka: Weist darauf hin, dass das Gericht marinierte und gegebenenfalls gegrillte oder gebratene Würfel oder Stücke beinhaltet. In diesem Fall Hühnchen. Alternativ geht auch Gemüse oder Paneer.
  • Masala: Es ist Sauce dabei.

Chicken Tikka Masala ist ein wunderbares Beispiel, um zu zeigen, wie modular indische Gerichte aufgebaut sind. Im Grunde besteht das Gericht aus diesen drei Teilen:

  • Marinierte Hähnchenstücke (Chicken Tikka): Diese werden (ggf. am Spieß) gegrillt, in der Pfanne gebraten oder im Backofen gebacken.
  • Sauce 1: Rote indische Sauce (Makhani Gravy) bzw. eine cremige Tomatensauce, wie wir sie für unser Shahi Paneer zubereiten.
  • Sauce 2: Braune indische Sauce bzw. Sugo aus Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen.

Rezept für indisches Chicken Tikka Masala

Chicken Tikka Masala

Chicken Tikka Masala – Indisches Curry mit Hühnchen

Chicken Tikka Masala ist ein indisch-britisches Curry mit mariniertem Huhn. Es erfreut sich besonderer Beliebtheit in indischen Restaurants außerhalb Indiens.
Vorbereitungszeit 25 Min.
Zubereitungszeit 45 Min.
Marinieren 1 Std.
Gericht Hauptspeise
Land & Region Großbritannien, Indien
Portionen 4 Personen

Zutaten
  

Chicken Tikka (mariniertes Hühnchen)

  • 400 g Hühnchenbrustfilet
  • 100 g griechischer Joghurt siehe Hinweis
  • 1-2 TL Kichererbsenmehl Besan
  • 1-2 TL Senföl optional, siehe Hinweis
  • 1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste
  • je 1/2 TL Garam masala, Kashmiri-Chili, Kurkuma
  • je eine Prise Asafoetida, schwarzes Salz optional, siehe Hinweis
  • Salz zum Abschmecken

Tomaten-Sauce (Makhani Gravy)

  • 4-5 Tomaten alternativ 400ml gestückelte oder gar passierte Tomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 10-15 Cashews
  • 2-3 EL Öl oder Ghee
  • 1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 indisches Lorbeerblatt siehe Hinweis
  • 2 Kapseln grüner Kardamom
  • 1 Kapsel brauner Kardamon siehe Hinweis
  • 2-3 EL Joghurt
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Kashmiri-Chili
  • 1 TL Koriander (gemahlen)
  • 1/2 TL Garam masala

Tomaten-Zwiebel-Masala

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Öl oder Ghee
  • 2 Tomaten
  • 1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste
  • je 1/2 TL Kashmiri-Chili, Kurkuma und Korianderpulver
  • 1 TL Kasuri Methi, getrockneter Bockshornklee siehe Hinweis
  • Sahne zum Abschmecken und Garnieren
  • frischer Koriander zum Garnieren

Anleitungen
 

Hühnchen marinieren & zubereiten

  • Hähnchenbrust in mundgerechte Würfel schneiden.
  • Restliche Zutaten gründlich zu einer Joghurt-Marinade vermischen und die Fleischstücke darin mindestens eine Stunde im Kühlschrank marinieren lassen.
  • Fleischstücke entweder in der Pfanne braten oder am Spieß grillen (empfohlen!).

Tomatensauce zubereiten

  • Tomaten waschen und grob würfeln. Zwiebeln abziehen und in grobe Spalten schneiden.
  • Joghurt mit gemahlenen Gewürzen, d.h. Kurkuma, Chili, Koriander und Garam masala verrühren.
  • Öl bzw. Ghee in einem Topf erhitzen. Ganze Gewürze, d.h. Kreuzkümmel, indischer Lorbeer und Kardamom anrösten. Dann Zwiebeln zugeben und andünsten, aber nicht bräunen.
  • Ingwer-Knoblauch-Paste dazugeben und andünsten, bis der rohe, scharfe Geruch verfliegt.
  • Gewürzjoghurt zugeben und kurz unter Rühren erhitzen, dann Tomaten und ein Glas Wasser zugeben. Abgedeckt ca. 15–20 Minuten köcheln lassen.
  • Tomatensauce ggf. etwas abkühlen lassen und mit dem Stabmixer oder Blender gründlich pürieren – zuvor die harten Gewürze (Lorbeer, Kardamom) entfernen. Sauce nach Belieben durch ein Sieb passieren. Ggf. Wasser zugeben.

Tomaten-Zwiebel-Masala

  • Zwiebel abziehen und fein würfeln. Tomaten waschen und fein würfeln. Koriander abbrausen, trockenschütteln und hacken.
  • Zwiebeln in einer großen Pfanne in Öl/Ghee glasig andünsten. Dann Knoblauch-Ingwer unterrühen und mitdünsten.
  • Gemahlene Gewürze (Chili, Kurkuma, Koriander) und Bockshornklee zugeben und kurz unter Rühren erhitzen. Dann Tomatenwürfel hinzufügen und das Masala etwas einkochen lassen, bis die Tomaten weich werden.

Finish

  • Gebratene bzw. gegrillte Fleischstücke und vorbereitete Sauce zum Masala geben. Kurz aufköcheln lassen.
  • Mit Salz und Sahne abschmecken und mit frischem Koriander garniert servieren.

Notizen

Besondere Zutaten in diesem Rezept:
  • Senföl: Öl mit leichter Schärfe, das in vielen indischen Gerichten Verwendung findet. Wird in Deutschland als Massage-Öl zu äußeren Anwendung verkauft. Einfach weglassen bzw. durch Rapsöl ersetzen.
  • Asafoetida/Hing: Gelbes, sehr intensiv riechendes Pulver. Wird als Zwiebel- und Knoblauchersatz verwendet. Notfalls weglassen.
  • Schwarzes Salz/Kala Namak: Ist rosa in gemahlener Form. Hat einen schwefelig-rauchigen Geruch und der Geschmack erinnert an gekochte Eier.
  • Indischer Lorbeer: Auch Mutterzimt genannt. Hat eine zimtige Note. Notfalls weglassen.
  • Brauner Kardamom: Rauchig-erdiges Aroma. Kapseln sind größer als die des grünen Kardamoms.
  • Kasuri Methi: Getrocknete Bockshornkleeblätter (nicht die Samen!). Schmeckt sehr intensiv und stark nach Liebstöckel. Notfalls weglassen, aber absolut empfehlenswert für alle, die häufig indisch kochen.
Hinweis bzgl. Joghurt:
Für Tandoori-Marinaden wird in der Regel „Hung Curd“ verwendet. Das ist abgehangener bzw. abgetropfter Joghurt. Hierfür wird Joghurt in einem Nussmilchbeutel oder Passiertuch ausgedrückt bzw. einige Stunden hängen gelassen. Der Joghurt wird dadurch fester und hat einen höheren Fettgehalt. Zur Einfachheit verwenden wir deshalb griechischen oder türkischen Joghurt.
Keyword Chicken, Curry, Gewürze, Murgh
Chicken Tikka Masala

Vergleich von Chicken Tikka Masala und Butter Chicken

Chicken Tikka Masala ist dem bekannten Butter Chicken sehr ähnlich. Es gibt aber ein paar Merkmale, die wir uns näher anschauen, um die beiden Gerichte zu unterscheiden.

  • Beim Butter Chicken verwendet man Tandoori-Huhn, das meist im Ganzen oder zumindest mit Knochen gegrillt wurde. Das Fleisch stammt eher vom Vortag und wird zerrupft.
  • Beim Chicken Tikka Masala haben wir knochenlose Hähnchenstücke. Diese werden nicht zerrupft, sondern im Ganzen zum Curry gegeben. Die marinierten Hähnchenwürfel können entweder am Spieß gegrillt, lose in der Pfanne gebraten oder im Ofen gebacken werden.
  • Butter Chicken besteht nur aus einer einfachen sämigen roten Sauce, in der die Fleischstücke aufgewärmt werden.
  • Beim Tikka Masala mischen wir im Grunde zwei Saucen. Einerseits eine sämige rote Sauce, wie beim Butter Chicken – das sogenannte Makhani Gravy. Nummer Zwei ist eine grobe braune Sauce aus Tomaten und Zwiebeln. Diese erinnert eher an ein Sugo als an eine Sauce. Beide Saucen werden gemischt, wodurch das Curry an Textur gewinnt.

Makhani Sauce auf Vorrat vorbereiten und einfrieren

Auf den ersten Blick wirkt die Zubereitung von Chicken Tikka Masala sehr aufwendig – aufgrund zweier Saucen und einer Marinade.

Deshalb bereite ich die klassische indische rote Tomatensauce auf Vorrat zu und friere sie portionsweise ein. Bei Bedarf kann ich sie auftauen und für verschiedene andere Variationen verwenden, z. B. für:

Beim Paneer Tikka Masala ersetzt du einfach Hühnchen durch Paneer. Die Joghurt-Marinade bleibt im Grunde gleich. Beim Paneer Tikka Masala entfällt auch die Zeit zum Marinieren.

Raucharoma

Die marinierten Hähnchen-Stücke werden vorzugsweise über Holz oder Kohle in einem Tandoor (auch Tandur) gegrillt. Dadurch erhält das Fleisch eine natürliche Rauchnote. Bei Verwendung eines Gasgrills oder einer Pfanne fehlt dieses rauchige Aroma allerdings.

Abhilfe schafft hier die sogenannte Dhungar-Methode. Hier entzündet man ein Stück Holzkohle und platziert dieses in einer kleinen feuerfesten Schüssel neben dem Räuchergut. Nun beträufelt man die glühende Kohle mit etwas Öl, wodurch sich sofort starker Rauch bildet. Darum schnell mit einem Deckel oder einer Haube abdecken und ein paar Minuten abwarten, bis der Rauch sich legt.

Alternativ kann man die Sauce auch mit geräuchertem Paprikapulver oder Liquid Smoke (Flüssigrauch) abschmecken. Ich bevorzuge geräuchertes Paprikapulver, da es einen natürlicheren Rauchgeschmack hat.

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